Sind 15 cm zu klein?
Über Penislänge & andere Sex-Mythen
Ist mein Penis zu klein? Senkt Masturbation die Fruchtbarkeit? Und stimmt es wirklich, dass Männer immer Lust haben? Hand aufs Herz: Sexmythen über das Liebesleben und die Gesundheit des Mannes kennt jede*r. Jedoch stimmen die meisten bekannten Mythen nur teilweise oder gar nicht. Zeit also, mit den bekanntesten Halbwahrheiten rund um das beste Stück des Mannes aufzuräumen.
Mythen: Wahr oder Falsch?
Samenstau bei Sexentzug?
Einen „Samenstau“ gibt es nicht – und explodierende Hoden schon gar nicht. Was es geben kann, sind sogenannte „Blue Balls“: ein unangenehmes Druckgefühl nach längerer Erregung ohne Ejakulation. Das ist zwar lästig, aber harmlos und verschwindet mit der Zeit, durch Bewegung oder eben eine Ejakulation. Hoden und Fruchtbarkeit nehmen davon keinen Schaden, nicht ejakulierte Spermien baut der Körper einfach wieder ab.
Macht Hitze Unfruchtbar?
Nein! Zwar mögen Spermien es eher kühl, weshalb die Hoden außerhalb des Körpers liegen, doch normale Hitzeeinflüsse wie Sauna, heiße Bäder oder Sommerhitze führen nicht zu Unfruchtbarkeit. Kurzfristig kann hohe Wärme die Spermienqualität etwas senken, das ist aber nur vorübergehend. Sobald es wieder kühler wird, erholt sich alles ganz von selbst. Erektion, Lust und Fruchtbarkeit werden davon also nicht beeinflusst.
Kann der Penis brechen?
Ein klassischer Knochenbruch ist unmöglich – dafür fehlen schlicht die Knochen. Allerdings kann es in seltenen Fällen zu einer Penisfraktur kommen, wenn der erigierte Penis stark abgeknickt oder heftig verletzt wird. Das ist schmerzhaft und ein medizinischer Notfall, hat aber nichts mit „Alltagssituationen“ zu tun. Bei normalem Sex oder Masturbation besteht kein Grund zur Panik. Ein Penis ist deutlich robuster, als viele denken.
Senkt Masturbation die Fruchtbarkeit?
Nein, eher im Gegenteil! Regelmäßiges Ejakuieren kann die Spermien sogar fitter machen. Die Vitalität der Spermien steigt und die DNA-Schäden werden weniger. Der Grund dafür ist, dass die Spermien nicht so lang in den Nebenhoden verweilen. Extremexzesse können natürlich vorübergehend die Konzentration und das Volumen der Spermien senken, aber unfruchtbar macht das nicht!
Sind 15 cm zu klein?
Professionelle Studien mit über 15.000 gemessenen Männern zeigen, dass im Schnitt die erigierte Penislänge bei etwa 13 cm liegt. Ein Mikropenis ist übrigens sehr selten und ist laut medizinischer Definition deutlich unter 10 cm. Fazit: 20 cm sind weit außerhalb der Norm, “normal” bewegt sich eher in Bereich von 11 bis 16 cm.
Bedeutet Haarausfall viel Testosteron?
Nein! Wie viele Haare ein Mann am Kopf hat hängt nicht vom Testosteronspiegel ab, sondern davon, wie empfindlich die Haarwurzeln auf das DHT (Dihydrotestosteron) reagieren. Demnach können Männer mit niedrigen Werten kahl werden und mit höheren Werten eine volle Haarpracht haben. Die Haarmenge ist also kein Hinweis auf den Testosteronspiegel.
Schrumpft der Penis im Alter?
Das ist übertrieben! Mit den Jahren kann der Penis minimal kürzer oder schmaler werden, meist aber nur um ca. 1-2 cm. Deutlich auffälliger sind die Veränderungen bei Erektion, Libido oder Krümmung. Von einem Schrumpfen im Alter zu sprechen ist also ziemlich übertrieben!
Kleiner Penis im Winter?
Ja, Kälte lässt den Penis, genauer gesagt den Hodensack, tatsächlich schrumpfen. Die Muskeln im Hodensack ziehen sich dabei zusammen und versuchen dem warmen Körper näher zu sein, um die Spermienproduktion zu schützen. Es handelt sich also um einen natürlichen Reflex, um die Hodentemperatur zu regulieren. Der Penis kann dabei ebenfalls etwas kleiner wirken, nimmt davon aber keinen Schaden.
Guter Sex nur mit langem penis?
Gute Nachrichten: 85 % befragter Frauen sind mit der Penisgröße ihres Partners zufrieden. Im Schnitt werden sogar nur leicht überdurchschnittliche Größen bevorzugt. Die Qualität des Sex hängt also viel mehr von der Kommunikation, Technik, Nähe, Erregung etc. ab als von Zentimetern.
Noch mehr Mythen
Handystrahlen machen unfruchtbar
Laborexperimente zeigen, dass durch viel Strahlung die Beweglichkeit und die Vitalität von Spermien im Reagenzglas etwas reduziert sein können. Ob das aber in der Realität zur Unfruchtbarkeit führen kann, ist noch unklar. Die Studien dazu sind meist unklar und von einigen Störfaktoren geprägt.
Ein echter Mann kann stundenlang
Das ist völlig realitätsfern! Im Schnitt dauert der penetrative Sex nur ein paar Minuten und das ist auch ganz normal. “Stundenlanger Sex” ist dabei eher die Ausnahme als der Maßstab und meist für beide Seiten nicht angenehm. Wichtig ist: Beim Sex geht es nicht um Ausdauerrekorde, sondern um Spaß und Zufriedenheit aller Beteiligten.
Eine Vasektomie verringert das Testosteron
Falsch! Bei einer Vasektomie wird der Samenleiter durchtrennt. Die Hoden produzieren allerdings weiterhin Hormone. Testosteron wird nämlich in den Leydig-Zellen der Hoden gebildet, die bei einer Vasektomie nicht beeinträchtigt werden. Der Eingriff hat also keinen Einfluss auf den Testosteronspiegel.
Unfruchtbarkeit bei Paaren liegt an der Frau
Das stimmt nicht! Bei Unfruchtbarkeit ist der Mann etwa genauso häufig beteiligt wie die Frau. Bei circa 40 - 50 % der ungewollt kinderlosen Paare findet sich ein männlicher Faktor. Das sagt auch die WHO und aktuelle Studien zur männlichen Unfruchtbarkeit.
Beide Hoden müssen gleich groß sein
Nein! Kleine Unterschiede, also leichte Asymmetrien, sind völlig normal. Beim Großteil der Männer ist die rechte Seite etwas größer und hängt oft höher. Wichtig wird es erst bei plötzlichen Veränderungen, Schmerzen oder deutlicher Größendifferenz.
Alle Männer ejakuieren gleich viel
Falsch! Die Ejakulatsmenge ist immer unterschiedlich und das ist auch ganz normal. Das Volumen hängt eher von anderen Faktoren ab, wie der Abstinenzdauer, der Hydratation, dem Alter, der Prostata- und Samenblasenfunktion und der Ejakulationsfrequenz.
Größere Hoden bedeuten mehr testosteron
Das ist zu einfach gedacht! Es gibt zwar einen groben Zusammenhang, jedoch zeigt die Größe der Hoden nicht direkt die Menge an Testosteron an. Dabei spielen andere Faktoren wie Zelltyp, Dichte, Stoffwechsel und Körpergewicht auch eine wichtige Rolle. Tatsächlich haben Männer mit “normal” variierenden Hoden oftmals ganz unterschiedliche Testosteronwerte.
Nach 1000 Schuss ist Schluss
Männer produzieren kontinuierlich neue Spermien. Also gibt es keine “Schussliste”, die irgendwann abgearbeitet ist. Allerdings nimmt mit dem Alter die Fertilität des Mannes graduell ab. Die Spermienqualität verschlechtert sich, die Schwangerschaftsraten sinken und die genetischen Risiken nehmen zu.
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